• Fr, 20.02. , 12:15 bis 13:15 Uhr
  • Zwischen Realismus und Utopie. Dialog als Weg für kreative Konfliktlösung.

  • Vortrag
  • Wilfried Graf, Senior Researcher Alpen-Adria Universität Klagenfurt / Kelman-Institute Wien-Jerusalem

    Der Beitrag stellt das Verfahren der "interaktiven Konflikttransformation" vor, bei dem der Dialog als Methode für „partizipative Aktionsforschung" dient, um gemeinsam mit Konfliktparteien Lösungsperspektiven zu erarbeiten. Oft geht es dabei nicht gleich um Mediation, sondern um einen Reflexionsprozess mit einzelnen Konfliktparteien, um eine spätere Begegnungen mit den anderen vorzubereiten. Im Besonderen zielt dieser Dialog auch auf Zugang und Einbeziehung von vergessenen oder ausgeschlossenen Konfliktparteien. Der Reflexionsprozess versucht die tiefer liegenden Grundbedürfnisse hinter den Strategien, Interessen und Ideologien dieser Konfliktparteien aufzuspüren und auf dieser Grundlage auch Empathie für die anderen zu wecken. Die "realistische Utopie" einer wechselseitigen Anerkennung der Grundbedürfnisse der anderen ist dabei der angestrebte Referenzrahmen für die Erarbeitung kreativer, gerechter und nachhaltiger Lösungen. Das Verfahren wurde unter anderem in Sri Lanka entwickelt und wird derzeit in Israel - Palästina erprobt. Im Vordergrund des Vortrags steht aber das Fallbeispiel Kärnten, wo es als Grundlage einer mehrjährigen Intervention im Konflikt zwischen der deutschsprachigen Mehrheit und der slowenischsprachigen Minderheit dient.

     

    Christine Pichlhöfer, geschlechter- und kultursensible Psychotherapie, Lehrbeauftragte für Psychodrama Pädagogik, ÖAGG, Wien