• Sa, 07.03. , 12:00 bis 13:00 Uhr
  • Was wir erben: bewahren? gestalten? verwalten?

  • Podiumsdiskussion
  • Joachim Schwendenwein, 21st-Sustainable Futures, Organisationsberater

     

    Maria Auböck, Landschaftsarchitektin, Präsidentin ZV-Österreich (Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs)

    Landschaft als Kulturerbe
    Regionale Landschaften verändern sich mit der Zeit, das Bewahren und Beschützen ist zwar eine Notwendigkeit, aber die Weiterentwicklung dabei eine wesentliche kulturelle und kommunale Aufgabe. Der Vortrag bringt an Hand von Beispielen aus Österreich und anderswo Erkenntnisse, wie die Landschaft als Kulturerbe heute verstanden wird. Zwischen Weinbergen, Wäldern und  Feldern gelegen sind die öffentliche Grünflächen und die privaten Gärten Teile der komplexen Vielfalt, die die Kulturlandschaft ausmacht. Es geht um die großen Grünräume, aber auch um markante Einzelinitiativen und besondere Anlagen, die alle zusammen ein Teil der Baukultur sind. So ist der Wienerwald heute ein geschützter Naturraum, war jedoch vor 120 Jahren von Abholzung bedroht. Wohin entwickeln sich die europäischen Kulturlandschaften? Zwischen den Fragen der Denkmalpflege und den Interessen der Projektentwicklung spannen sich interessante Diskussionsflächen auf, die im Vortrag erläutert werden sollen. Es geht um die lokale Identität. Angesichts des wachsenden Nutzungsdrucks und den Fragestellungen zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Mobilität wird der Möglichkeiten über das scheinbar Vertraute hinaus gehen müssen. Neue Ansätze für Baukultur und Landschaftsplanung werden dazu wichtig. 

     

    Renate Breuß, Kunst- und Kulturhistorikerin, langjährige Leiterin des Werkraums Bregenzerwald, Rankweil

    Werkraum Bregenzerwald. Mit kulturellem Erbe Gegenwart und Zukunft gestalten
    Der Bregenzerwald ist eine höchst interessante Kulturregion mit der Geschichte einer hochstehenden Bau- und Wohnkultur.
    Schon in der Barockzeit haben Baumeister und Handwerker aus dem Bregenzerwald bedeutende kunsthistorische Beispiele geliefert, in ganz Europa.
    In dieser Nachfolge steht der Werkraum Bregenzerwald, ein moderner Zusammenschluss von 90 innovativen Handwerkbetrieben. Üben den nahen Austausch mit ArchitektInnen und DesignInnen hat das Handwerk auch in der gegenwärtigen Baukunst einen fest Platz.
    Von der Unesco 2016 als Best-Practice international ausgezeichnet veranschaulicht das Beispiel Werkraum Bregenzerwald, wie sich in einer ländlichen Region das Wissen und die Haltung der Altvorderen in neuen Formen lebendig und nachhaltig fortentwickeln können.
    In diesem Verständnis ist Kulturerbe weit mehr als eine mit einem Label ausgezeichnete Geschichte.

     

    Nadja Haumberger, Kuratorin Sammlung Afrika südlich der Sahara, Weltmuseum Wien

    Außereuropäisches Kulturgut im Museum
    Restitution, Repatriierung und koloniale Kontexte sind Schlagworte, die in der Medienlandschaft insbesondere im deutsch-sprachigen Raum seit dem Erscheinen des Berichts von Felwine Sarr und Bénédicte Savoy "Zurückgeben. Über die Restitution afrikanischer Kulturgüter" (dt. 2019) präsenter sind als zuvor.
    Vorwiegend ethnographische Museen und ihre Sammlungen, sowie die "Region" Afrika südlich der Sahara sind dabei im Fokus. Über Fachkreise hinaus zeugt eine Fülle an Zeitungsartikeln, Tweets, Facebook Beiträgen oder online-Publikationen von Fragen und Forderungen an Museumssammlungen. Gerade in den sozialen Medien diskutiert auch ein breites Publikum bzw. ein bewusstes Nicht-Publikum ethnographischer Museen diese komplexen Themen.
    Was aber konstituiert ein ethnographisches Museum, was seine Sammlungen?
    Museen sind Orte der Einnerungen und des Aufbewahrens materieller Kultur, die aktuellen Debatten zeigen insbesondere auch ihre aktuelle gesellschaftliche Relevanz.

     

    Gabriele Detschmann