• Do, 09.03. , 17:30 bis 18:30 Uhr
  • Podiumsdiskussion

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  • Wolfgang Palaver, Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck

    „Gewalt, Religion, Staat: Eine theologische Anthropologie des Friedens"

     

    Karsten Lehmann, Forschungsprofessor des Spezialforschungsbereichs, "Interreligiösität" an der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems

    Zum ambivalenten Verhältnis von Religionen und Gewalt
    Das Verhältnis von Religionen und Gewalt ist in den vergangenen Jahren aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und diskutiert worden. Autoren wie Jan Assmann und David Little repräsentieren das ganze Spektrum der Debatten -von der Betonung der friedvollen Grundlagen religiöser Traditionen bis zur Hervorhebung des Gewaltpotentials spezifischer Religionen. Auf der Basis der jüngsten Publikationen des Religionswissenschaftlers Hans G. Kippenberg wird sich das Impulsreferat diesem Gegenstand auf eine Art und Weise nähern, welche die Komplexität des ambivalenten Verhältnisses (R. Scott Appleby) zwischen Religionen und Gewalt in den Mittelpunkt rückt.

     

    Nikita Dhawan, Professorin für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck

    Zum vertrackten Verhältnis von Geschlechtergewalt, Verletzlichkeit und Handlungsmacht
    Der Vortrag beschäftigt sich mit den zwingenden feministischen Fragen nach Geschlechtergewalt, Verletzlichkeit, Handlungsmacht, deren Verknüpfungen und den Dilemmas, die jene spüren, die sexistischer Gewalt, insbesondere innerhalb religiöser, minorisierter Communities, zu adressieren suchen. Dabei wird eine postkolonial-feministischer Perspektive eingenommen, die eine intersektionelle Sicht auf Gewalt, Staat und Gesellschaft erlaubt. Es wird argumentiert, dass neue Formen kollektiver Handlungsmacht paradoxerweise gerade dort entstehen, wo eine spezifische Vulnerabilität verortet ist. Wenn auch eine sichtbare Verletzlichkeit häufig zu paternalistischen (Schutz-)Maßnahmen der hegemonialen Mehrheit führt, die gewaltvolle Geschlechterdynamiken stabilisieren, so können im Raum der Verwundbarkeit, auch neue Formen von Handlungsmacht entstehen. Es ist in der Tat möglich, Opfer und zeitgleich Handlungsmächtige zu sein.

     

    Philippe Buc, Professor für Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters, Universität Wien